Gemein­samer Spazier­gang 2026

Wenn das kleine Glück dich einfach findet …
Was wir unterschätzt haben …
Wie wir unsere Abenteuer im Kopf teilen …

Wir spüren die frische, kalte Luft im Gesicht und der Schnee knirscht unter unseren Füssen. Dies­mal ist aus der Neu­jahrss­chi­tour eine Schnee­wan­derung gewor­den. Schnell kreisen unsere Gedanken um unsere Erken­nt­nisse aus dem ger­ade abge­laufe­nen Jahr. Ein Gedanke jagt den anderen, eine Erin­nerung die näch­ste – wir sind schon mit­ten­drin im Reflek­tieren und Ler­nen:

Ein Brief im Briefkas­ten, ein Buch­pro­jekt, das uns mehr fordert als gedacht und eine Idee, wie Geschicht­en in ein­er Fam­i­lie weit­er­wan­dern.

Drei The­men, die wir als Ein­ladung für einen gemein­samen Spazier­gang und für ein freudi­ges 2026 teilen wollen:     

Wenn das kleine Glück dich ein­fach find­et

Rou­tinemäs­sig, egal woher wir ger­ade kom­men, wirft Urs einen kurzen Blick in den Briefkas­ten. Unwichtig, ob es ger­ade ein Son­ntag oder am Nach­mit­tag ist, wenn wir die Post eh schon lange geleert haben 😉. An diesem Sam­stag wurde er belohnt. Mit einem bre­it­en Grin­sen meint er: „Du glaub­st nicht, was ich in unserem Briefkas­ten gefun­den habe! Schau dir diesen Brief an“ ….

A 22 year old back­pack­er from New Zealand  — Tay­la – hin­ter­liess uns eine Nachricht. Sie hat­te unseren Stick­er am Briefkas­ten gese­hen: ”Far enough behind to  be ahead – Wai­heke Island» und schreibt:

«.. brought me so much joy» Sie dankt uns dafür und schreibt von ihrem Heimweh und wie ihr der Stick­er ein wenig Heimat zurück­ge­bracht hat. Sie hin­ter­liess uns ihre E‑Mailadresse und lädt uns bei einem möglichen näch­sten Besuch in Neusee­land zu sich ein. So far so good. Doch Urs liess dieser Brief keine Ruhe. Und ja, Urs antwortete Tay­la und erfuhr, dass sie im Moment gar nicht weit weg von uns unterge­bracht war – in walk­ing dis­tance. 

Wir hat­ten auf den Son­ntag unsere Fam­i­lie zum Brunch ein­ge­laden. Alles war vor­bere­it­et und eingekauft – aber da ist doch immer noch ein Platz frei? Urs lud Tay­la noch spät am Abend zum Brunch am näch­sten Tag ein – spon­tan, ohne Rück­frage, ein­fach, weil es auf der Hand lag.

Und tat­säch­lich: Tay­la kam am näch­sten Tag. Sie erzählte uns von ihrer Reise – ange­fan­gen bei ein­er Hochzeit in den USA, weit­er nach Gross­bri­tan­nien, und nun war sie ger­ade in der Schweiz. Dort half sie ein­er Frau gegen Kost und Logis, ihre Hab­seligkeit­en zu verkaufen. Im Win­ter wollte sie dann weit­er nach Kana­da, in den Skizirkus.  

Nach­dem Tay­la wieder gegan­gen war teilte Urs eine Geschichte aus sein­er Wel­treise mit uns: Er war mit dem Fahrrad in Kana­da unter­wegs und ger­ade im Super­markt, um sich für den Abend im Zelt zu ver­sor­gen – durch­nässt, allein, ein wenig mut­los. Eine liebenswürdi­ge Lady sprach ihn an, erkundigte sich nach ihm, was er hier mache, wie es ihm gehe. Und sie lud ihn zu sich nach Hause ein, bot ihm einen trock­e­nen Platz zum Schlafen und ein warmes Aben­dessen an.

Am näch­sten Tag ver­ab­schiedete sich Urs von ihr und lud sie her­zlich zu sich in die Schweiz ein. Da meinte sie lächel­nd: «Junger Mann, das ist sehr lieb, wird aber in meinem Alter nicht mehr passieren. Man kann nicht alle Dinge 1:1 zurück­geben, doch irgend­wann wird jemand an deine Tür klopfen, und dann kannst du es im gle­ichen Sinne weit­ergeben.»

Was wir unter­schätzt haben …

Unser Buch! Schon bei vie­len Men­schen und Gele­gen­heit­en angekündigt und sog­ar schon eine geniale Grafik­erin und Über­set­zerin zur Hand, so steckt es immer noch zu einem Teil nur in unseren Köpfen. Was ist passiert? Wo wir uns doch so sich­er waren, das schnell zu schaf­fen?

  • Wir arbeit­en zu wenig nach den Pri­or­itäten, die wir uns für das Buch geset­zt haben. Wir pla­nen – so wie Ter­mine mit Kun­den – Zeit­en im Kalen­der ein, die für das Schreiben block­iert sind. Doch allzu leicht ignori­eren wir diese Fen­ster und beset­zen sie mit anderen Auf­gaben, die gedanklich eine höhere Pri­or­ität bekom­men haben (oder grad ein­fach­er zu erledi­gen sind). Das kön­nte vie­len von euch bekan­nt vorkom­men 😉?
  • Immer wieder fordern wir uns in der inhaltlichen Debat­te und inneren Auseinan­der­set­zung. Stimmt das so, wie wir es geschrieben haben? Sind wir hier genau genug, zu kom­pliziert oder dann wieder zu ober­fläch­lich? Hält das Organ­i­sa­tions­de­sign tat­säch­lich in dieser Form? Müssten wir es nicht ein­fach­er beschreiben kön­nen? Wie per­fekt muss/kann/soll das Geschriebene sein?
  • Schliesslich soll das Buch auch noch leicht les­bar sein, den einen oder anderen Schmun­zler aus­lösen und auch Freude machen. Die Form und der Stil sind also eben­falls entschei­dend – nicht nur der Inhalt.

Das alles fordert uns. Es regt uns zu den nöti­gen Diskus­sio­nen an. Und trotz allem kom­men wir voran. Wir haben für uns schon viel daraus gel­ernt. Es wird schon — wir sind zuver­sichtlich und haben die Schaf­fens­freude kein biss­chen ver­loren.

Wie wir Aben­teuer im Kopf teilen …

Wir lieben Büch­er – und Buch­hand­lun­gen sind für uns ein Schlaraf­fen­land — egal ob am Flughafen in ein­er neuen Stadt oder ganz beson­ders vor Wei­h­nacht­en in St. Gallen. Wie kleine Kinder freuen wir uns auf unseren Halb­tag in der Stadt. Früher über­legten wir uns davor, welch­es Buch für wen als Geschenk zu Wei­h­nacht­en passend wäre.

Das haben wir schon lange geän­dert. Stattdessen schwirren wir bei­de im Buch­laden aus und tauchen ab in die Welt der Geschicht­en, Fan­tasien und Aben­teuer. Irgend­wann tre­f­fen wir wieder aufeinan­der, die eine mit einem Korb voller Büch­er, der andere mit den ver­schieden­sten Titeln im Kopf, die jet­zt einge­sam­melt wer­den kön­nen. Das Resul­tat: Unser Wei­h­nachts­büch­er­stapel.

Und genau so kom­men die Büch­er unter den Christ­baum – als Büch­er­stapel, schön verziert mit ein­er Schleife drum herum. Diese Büch­er bekom­men für das kom­mende Jahr einen speziellen Platz auf dem Regal über dem TV-Gerät. Die Idee ist ganz ein­fach: jed­er kann sich ein Buch nehmen, dass sie oder ihn ger­ade anspricht und legt es wieder zurück, wenn es fer­tigge­le­sen ist. Und schon lacht das näch­ste Buch vom Regal. Die Büch­er gehen also in der erweit­erten Fam­i­lie rei­hum.

Und diese Idee hat schon weit­ere Früchte getra­gen – inzwis­chen bekommt der Büch­er­stapel Zuwachs. Erste treue Besuch­er brin­gen ihre Lieblings­büch­er für unseren Stapel mit, teilen damit ihre Aben­teuer im Kopf – und wer­den immer wieder mal zum Fam­i­lienge­spräch.    

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Ruth & Urs Bolter

Im lebhaften Austausch - beim Wandern, bei einer Tasse Kaffee, in der Pause - oder mit einer einfachen Frage, entstehen unsere Ideen und Texte. Inspiration findet sich überall - es gilt sie in Worte zu fassen und zu teilen.