
Am 9. August läutet jedes Jahr die Friedensglocke beim Henry-Dunant-Museum in Heiden, Schweiz zur Erinnerung an den Atombombenabwurf 1945 in Nagasaki.
So wie unser Wirtschaftssystem von uns Menschen konstruiert wurde, ist auch die Illusion der nuklearen Sicherheit ein Denkkonstrukt. Der Gastredner bei der Gedenkfeier in Heiden, Florian Eblenkamp, Vorstandsmitglied der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen (ICAN), machte das in seinen Ausführungen sehr deutlich:
„Wir leben in einem Paradoxon: Atomwaffen gelten als notwendige Abschreckung – und zugleich als undenkbar in der Anwendung. Wie kann etwas gleichzeitig undenkbar und notwendig sein? Das Konzept der nuklearen Abschreckung ist eine Theorie, die sich nicht beweisen lässt. Sie funktioniert – bis sie es nicht mehr tut.»
Für Florian Eblenkamp entbehrt die Meinung, dass die Welt durch mehr Atomwaffen sicherer wird, jeder Logik.
«Ähnlich zur für uns Europäer unverständlichen Debatte über Waffenbesitz in den USA scheint das Argument zu sein: Das Einzige, was gegen Atomwaffen hilft, sind noch mehr Atomwaffen. Hinter dieser Forderung steht das Konzept der nuklearen Abschreckung. Niemand weiß allerdings mit Sicherheit, ob solche Abschreckung funktioniert. Was wir dagegen genau wissen, sind die Folgen eines Atomwaffeneinsatzes – wissenschaftlich, medizinisch, menschlich. … Das Konzept der Nuklearen Abschreckung blendet all das aus. Es ist ein Konzept, dass nur dafür entwickelt wurde, die Wahrheit über Atomwaffen zu verschleiern. Die Wahrheit darüber was passiert, wenn diese Waffen eingesetzt werden. Was passiert mit den Menschen, mit der Menschheit und der Menschlichkeit?»
Diese Worte haben uns aufgerüttelt. Sie haben uns nachdenklich gemacht und wieder einmal den Spiegel vorgehalten. Nur weil eine Meinung oder Sichtweise von immer mehr Menschen vertreten wird, wird sie nicht «richtiger» oder sinnvoller.
Diese Worte haben uns zugleich darin bestärkt mit der gleichen Entschlossenheit die Transformation unserer Wirtschaftssysteme voranzutreiben. Auch diese Systeme sind von Menschen konstruiert – und was wir geschaffen haben, können wir auch verändern
Collaboraising Organisations® — Zukunft gestalten
Collaboraising Organisations® stehen für eine andere Art von Zukunft: Sie verkörpern Co-Kreation, gegenseitiges Vertrauen und eine Kultur des Miteinanders. Es sind Organisationen, die sich langfristig, ganzheitlich und lebendig entwickeln. Sie schaffen einen Rahmen, in dem die Bedürfnisse von Menschen und Organisationen gleichermaßen geachtet werden und in Balance zueinanderstehen.
Wenn wir Wirtschaft nicht länger nur als Motor des Profits betrachten, sondern als eingebetteten Teil des Lebens und der Natur, öffnen sich neue Horizonte. Alte Muster und Narrative verlieren ihre Macht – müssen entlernt werden und Neues kann gedeihen. Collaboraising Organisations® folgen dieser Einladung. Sie schaffen Räume, wo Menschen ihre Potentiale entfalten, Organisationen Sinn stiften und wirtschaftliches Handeln dazu beiträgt, dass Beziehungen tragfähiger, Böden wieder fruchtbar und die Biosphäre gesünder wird.
So wie Florian Eblenkamp für die Abschaffung von Nuklearwaffen eintritt, treten wir für eine Wirtschaft und Organisationskultur ein, die Entwicklung, das Miteinander und die Ganzheitlichkeit zu ihren Leitplanken macht. Wir setzen unsere persönlichen, entschlossenen Schritte zu mehr Lebendigkeit und echter Gestaltungsmöglichkeit.
Unsere Motivation für unser Buchprojekt ist dadurch jedenfalls noch einmal gewachsen – voller Neugier, Entschlossenheit und Zuversicht schreiben wir weiter.